Tumoren des Verdauungssystems

PROF. DR. GERO PUHL UND PROF. DR. KLAUS HERRLINGER
Asklepios Klinik Altona und Asklepios Klinik Nord – Heidberg

Von der Speiseröhre bis zum Enddarm

Tumoren des Verdauungssystems

Prof. Dr. Gero Puhl Asklepios Klinik Altona
Prof. Dr. Gero Puhl Asklepios Klinik Altona

Es sind vor allem zwei medizinische Fachrichtungen, die sich mit Krebserkrankungen des Verdauungssystems befassen: die Gastroenterologie und die Viszeralchirurgie. Besonders häufig treten bösartige Tumoren im Dickdarm und im Magen auf, aber auch die Speiseröhre, die Bauchspeicheldrüse, die Leber, die Gallenwege und der Enddarm können betroffen sein. Krebserkrankungen des Dünndarms sind dagegen extrem selten.

Während früher die Gastroenterologen vor allem für die Früherkennung und Diagnostik zuständig waren und die Viszeralchirurgen für die Entfernung der Tumoren, hat sich dieses Bild in den vergangenen Jahren gewandelt, berichten Prof. Dr. Klaus Herrlinger, Chefarzt der Gastroenterologie und Onkologie in der Asklepios Klinik Nord, und Prof. Dr. Gero Puhl, Chefarzt der Viszeralchirurgie in der Asklepios Klinik Altona. Durch neue Techniken, Therapieverfahren und Behandlungsalgorithmen hätten sich die medizinischen Möglichkeiten in diesem Bereich enorm verbessert. „Ich sehe hier keine Konkurrenzsituation mehr zwischen unseren Fächern, sondern eine Partnerschaft. Wir schreiten gemeinsam voran und profitieren voneinander“, betont Prof. Puhl.

Dass die Fachabteilungen der Kliniken nun im Asklepios Tumorzentrum enger vernetzt seien, bringe eine ganze Reihe von Vorteilen, so Prof. Puhl: „Es ist eine besondere Qualität des Tumorzentrums, dass wir uns über alle Kliniken und Abteilungen hinweg über die Behandlungsalgorithmen verständigen: von der Diagnosestellung über die Diskussion im Tumorboard bis zur Entscheidung, ob vor einer Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt wird.“ Auch bei der Entscheidung, ob, wie und wo ein Patient operiert werden soll, helfe die enge Zusammenarbeit: Sehr anspruchsvolle Operationen bei Speiseröhren-, Leber- und Gallenwegtumoren sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs werden von den Spezialisten der großen Kliniken durchgeführt, die für die diagnostischen, operativen und auch logistischen Anforderungen eingerichtet sind. Die Standardoperationen bei den häufigeren Dickdarm- und Magentumoren gehören dagegen in allen Kliniken zur Routine.

Fortschritte in allen Stadien der Erkrankung
Immer öfter führen heute die Gastroenterologen neben der Diagnostik auch gleich die Therapie durch, berichtet Prof. Herrlinger. Die endoskopischen Möglichkeiten hätten sich kontinuierlich verbessert, sodass sich nicht nur Vorformen wie Darmpolypen, sondern auch früh entdeckte Karzinome endoskopisch abtragen lassen. Ein Beispiel dafür ist die Endoskopische Submukosadissektion (ESD). Dabei unterspritzt der Gastroenterologe beispielsweise ein noch oberflächliches Magenkarzinom, bis sich die Schleimhaut so weit von den darunterliegenden Schichten der Magenwand abhebt, dass er den Tumor herausschneiden und aus dem Magen entfernen kann. Alle diese Arbeitsschritte werden mit winzigen Instrumenten durch den Arbeitskanal des Endoskops durchgeführt. Voraussetzung für solche schonenden Verfahren ist, dass die Tumoren sehr früh zuverlässig entdeckt werden, bevor sie in die Umgebung einwachsen.

Die neuen Möglichkeiten der Endoskopie, aber auch die besseren Behandlungsabläufe werden die Medizin grundlegend verändern, ist sich Chirurg Prof. Puhl sicher: „Das hat auch Einfluss auf die Chirurgie in späteren Tumorstadien. Wir sehen immer häufiger Patienten, bei denen aufgrund besserer Chemotherapien überhaupt erst eine Operation möglich wird. Andere kommen nach Jahren zurück, um sich ein zweites oder sogar drittes Mal operieren zu lassen.“ Das komme vor allem bei Lebermetastasen inzwischen immer öfter vor. Hier war die Lebenserwartung noch vor wenigen Jahren so gering, dass ein erneuter Eingriff undenkbar war. Auch beim Pankreaskarzinom, dem Krebs der Bauchspeicheldrüse, gebe es deutliche Fortschritte, so Prof. Puhl: „Hier sind Vorbehandlungsprotokolle auf dem Vormarsch, die den Krebs so weit zurückdrängen, dass zuvor nicht resektable Tumoren dann doch noch erfolgreich operiert werden können.“ Bei Magen-, Speiseröhren- und Mastdarmkrebs ab einem bestimmten Tumorstadium sei eine solche Vorbehandlung durch Chemooder Strahlentherapie inzwischen sogar die Regel, und das bedeute einen Überlebensvorteil für die Patienten, berichtet Prof. Puhl. Die Studienlage dazu sei inzwischen eindeutig.

„Wir erreichen heute in vielen Bereichen viel mehr, weil wir gemeinsam voranschreiten.“

Prof. Dr. Klaus Herrlinger im Gespräch mit dem Ärztemagazin
Prof. Dr. Klaus Herrlinger im Gespräch
mit dem Ärztemagazin

Spätestens wenn sich der Krebs auf Lymphknoten ausgebreitet hat, gehöre eine Vorbehandlung zum Standard, ergänzt Prof. Herrlinger: „Auch wenn der Tumor herausoperiert ist, können sich Mikrometastasen bereits in weiter entfernten Lymphknoten ausgebreitet haben. Diese Metastasen lassen sich nur über die Chemotherapie zurückdrängen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die herausoperierten Lymphknoten anschließend auch tatsächlich tumorfrei sind.“

Der entscheidende Fortschritt liege aber weniger in neuen Medikamenten oder innovativer Medizintechnik als vielmehr im Denken der Mediziner, ist sich Prof. Herrlinger sicher: „Früher meinte jeder, er könne es am besten. Das hat sich geändert, hin zur multimodalen Therapie. Heute suchen wir gemeinsam das beste Therapiekonzept in der Kombination.“ Das sieht auch Prof. Puhl so: „Wir erreichen heute in vielen Bereichen viel mehr, weil wir gemeinsam voranschreiten.“

Diesem Leitgedanken folge auch das Tumorzentrum Hamburg: „Hier stehen alle Methoden immer zur Verfügung, sodass wir viel besser die optimalen Algorithmen abarbeiten können. Hinter dem Tumorzentrum stehen sieben leistungsfähige, technisch miteinander vernetzte Kliniken, und jeder kann im Zweifel das Tumorboard eines anderen Krankenhauses anrufen, seinen Patienten vorstellen und sich mit den dortigen Spezialisten beraten. Das gibt zusätzliche Sicherheit.“

ASKLEPIOS TUMORZENTRUM HAMBURG
Prof. Dr. Gero Puhl
Allgemein-, Viszeral-, Gefäßchirurgie

Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
Tel.: (040) 18 18 81-16 01
Fax: (040) 18 18 81-49 07
www.asklepios.com/hamburg/altona/experten/allgemeinchirurgie/

Schwerpunkte der Tumormedizin
Tumorerkrankungen des Bauchraums
Tumoren in Speiseröhre, Magen, Dick- und Mastdarm
Lebertumoren
Pankreaskarzinom

 

ASKLEPIOS TUMORZENTRUM HAMBURG
Prof. Dr. Klaus Herrlinger
Klinik für Innere Medizin I

Asklepios Klinik Nord – Heidberg
Tangstedter Landstraße 400
22417 Hamburg
Tel.: (040) 18 18–87 36 66
Fax: (040) 18 18–87 37 46
www.asklepios.com/hamburg/nord/heidberg/experten/inneremedizin-I/

Schwerpunkte der Tumormedizin
Gastroenterologie und Hepatologie
Tumorerkrankungen in Speiseröhre, Magen, Pankreas, Dick- und Mastdarm
Interventionelle Endoskopie
Ultraschalldiagnostik
Medikamentöse Tumortherapie

Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 14.09.2017

0

0%