Heilungschancen bei Lebermetastasen

PROF. DR. KARL-J. OLDHAFER
Asklepios Klinik Barmbek

Heilungschancen bei Lebermetastasen

Neue Therapieverfahren

Die Computernavigation hilft den Chirurgen, selbst kaum sichtbare Metastasen zu finden und sicher zu entfernen
Die Computernavigation hilft den Chirurgen, selbst kaum sichtbare Metastasen zu finden und sicher zu entfernen

Tochtergeschwülste in der Leber galten bis vor wenigen Jahren als sehr schlechtes Zeichen oder gar als Todesurteil, denn ihr Auftreten bedeutete, dass der Krebs nicht mehr heilbar war. Doch inzwischen gibt es Verfahren, mit denen Spezialisten des Asklepios Tumorzentrums in den Kliniken Altona und Barmbek Lebermetastasen oft komplett entfernen und ihren Patienten so eine echte Heilungschance bieten können.
Eine Besonderheit der Leber eröffnet Behandlungschancen, die es bei anderen Organen nicht gibt: Sie ist das einzige Organ, das nachwachsen kann. Mit Hilfe modernster Navigationssysteme operieren Prof. Dr. Karl-Jürgen Oldhafer und sein Team der Asklepios Klinik Barmbek Metastasen aus dem Organ heraus, indem sie den Eingriff zuvor am Computer simulieren. So stellen die Leberchirurgen sicher, dass lebenswichtige Strukturen verschont werden und sie nicht zu viel Lebergewebe entfernen. Damit es nicht zu einem Leberversagen kommt, muss rund ein Drittel der Leber erhalten bleiben und funktionieren.

Ist der befallene Teil des Organs zu groß, als dass der Körper bei der Entgiftung auf ihn verzichten könnte, setzen die Barmbeker Chirurgen ein besonders trickreiches Verfahren ein: die ALPPS-Technik (Associating Liver Partition and Portal vein Ligation for Staged hepatectomy). Dabei trennen sie zunächst den Teil der Leber mit den Metastasen vom gesunden Gewebe und drosseln seine Blutzufuhr. So kann er bei der Entgiftung noch mitarbeiten, schrumpft aber. Als Reaktion darauf wächst der gesunde Teil der Leber sehr rasch. „Wir brauchen etwa 30 bis 35 Prozent des Lebergewebes. Wenn wir nur 15 Prozent gesundes Gewebe haben, müssen wir dafür sorgen, dass es um gut 100 Prozent wächst“, erklärt Prof. Oldhafer, der zu den Pionieren dieser Technik gehört. Mit dem ALPPS- Verfahren gelinge das innerhalb von zwei bis drei Wochen. In einer zweiten Operation wird dann der geschrumpfte Teil der Leber mit den Metastasen entfernt. Das gesunde Gewebe wächst weiter, bis die Leber fast vollständig wiederhergestellt ist. Entscheidende Faktoren für die Erfolgsaussichten dieser Therapie seien das Alter des Patienten, die Art des Tumors sowie die Anzahl und Verteilung der Metastasen in der Leber, so Prof. Oldhafer.

„Wir müssen sicherstellen, dass genügend funktionierendes Lebergewebe erhalten bleibt.“

ALPPS-Technik: Der erkrankte Teil der Leber wird vom gesunden (grün) getrennt und schrumpft
ALPPS-Technik: Der erkrankte Teil der Leber wird vom gesunden (grün) getrennt und schrumpft

Vor allem bei Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen habe sie sich bewährt, auch bei Brustkrebspatientinnen mit nach Jahren aufgetretenen Lebermetastasen. Es gebe aber auch Tumoren, bei denen sie keinen Erfolg verspreche, zum Beispiel primäre Lebertumoren. Auch wenn Metastasen zu dicht an den großen Blutgefäßen liegen, kommt die ALPPS-Technik nicht infrage.

Metastasen an den Lebervenen
Mit einem anderen aufwändigen Verfahren entfernen die Barmbeker Chirurgen aber auch viele Metastasen, die sich eigentlich nicht operieren lassen, weil sie an der Hohlvene oder an den Lebervenen sitzen, berichtet Prof. Oldhafer: „Dafür kühlen wir die Leber während der Operation herunter und rekonstruieren anschließend die Gefäße. In diesem Bereich bekommen wir Patienten aus ganz Deutschland zugewiesen.“

ASKLEPIOS TUMORZENTRUM HAMBURG
Prof. Dr. Karl-J. Oldhafer
Allgemein- und Viszeralchirurgie,
Chirurgische Onkologie

Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220
22307 Hamburg
Tel.: (040) 18 18-82 28 11
Fax: (040) 18 18-82 28 19
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Schwerpunkte
Speiseröhren- und Magenkrebs
Darmkrebs
Gallenweg- und Gallenblasenkrebs
Leberkrebs und -metastasen
Bauchspeicheldrüsenkrebs

Prof. Dr. Karl-J. Oldhafer
Prof. Dr. Karl-J. Oldhafer

Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 14.09.2017

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