Das MRT erobert den OP-Saal

PROF. DR. PAUL KREMER
Asklepios Klinik Nord – Heidberg

Das MRT erobert den OP-Saal

Intraoperatives Monitoring bei Hirntumoren

Prof. Dr. Kremer kontrolliert mögliche Tumorreste direkt im OP
Prof. Dr. Kremer kontrolliert mögliche Tumorreste direkt im OP

In keinem anderen Organ finden wir so viele verschiedene Tumor- Ausprägungen wie im Gehirn“, sagt Prof. Dr. Paul Kremer, Chefarzt der Abteilung für Neurologie der Asklepios Klinik Nord – Heidberg. „Es gibt 156 verschiedene Gehirntumoren. Daher ist eine hochspezialisierte Diagnostik extrem wichtig“, so Prof. Kremer. Mit Hilfe des Mehrzeilen-CT, der CT-Angiographie oder der CT-Perfusion kann der Leiter des Kopfzentrums bereits einen ersten Einblick erhalten. „Jedoch hat erst das MRT unser Fach revolutioniert. Nur so können wir Gehirntumore gut zuordnen, das OP-Risiko einschätzen und die Zugänge digital navigiert planen.“

Wichtig ist für den Spezialisten daher eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie, der Neuropathologie und der Neurologie. Bei der OP setzt Prof. Kremer dann neueste minimalinvasive, mikrochirurgische und endoskopisch assistierte Operationsverfahren ein. Dabei macht die computerassistierte Neuronavigation eine millimetergenaue Orientierung möglich und das intraoperative Neuromonitoring überwacht die Hirnnerven, das Rückenmark oder auch funktionell wichtige Regionen des Gehirns.

Fluoreszenzverfahren markieren zudem die Grenze zwischen Gehirn- und Tumorgewebe. „Dank der intraoperativen Bildgebung erhalten wir bereits während der OP alle wichtigen Informationen, ob wir den Tumor wirklich ganz entfernt haben, ohne wichtige Gehirnstrukturen zu verletzen. Das ist zwar sehr aufwendig, aber auch sehr sinnvoll.“ Eine Besonderheit ist das Sprachmonitoring im Rahmen einer Wachkraniotomie. Liegt der Gehirntumor in unmittelbarer Nähe zum Sprachzentrum, wird von einer Neuropsychologin die Sprachfunktion unter Stimulation am Gehirn im wachen Zustand überprüft. Gleichzeitig wird dabei Tumorgewebe im Gehirn entfernt. „Dadurch erhalten wir unmittelbare Informationen über die Sprachfunktion, während der Gehirntumor operativ entfernt wird.“

„Am geöffneten Schädel können wir während der OP mit Hilfe des MRT eventuelle Resttumoranteile millimetergenau erkennen und sofort entfernen.“

Während der OP kommt die computerassistierte Neuronavigation sowie das intraoperative Neuromonitoring zum Einsatz (links). Direkt aus dem OP wird der Patient in das MRT gefahren.
Während der OP kommt die computerassistierte Neuronavigation sowie das intraoperative Neuromonitoring zum Einsatz (links). Direkt aus dem OP wird der Patient in das MRT gefahren.

Während der OP kommt die computerassistierte Neuronavigation sowie das intraoperative Neuromonitoring zum Einsatz (links). Direkt aus dem OP wird der Patient in das MRT gefahren.

Einzigartig in Norddeutschland ist das intraoperative Kernspintomogramm (MRT) in dualer Nutzung. Ein MRT direkt am OP-Saal wird sowohl für die klassische Diagnostik genutzt als auch für die Untersuchung während einer Gehirntumoroperation. „Am geöffneten Schädel können wir während der Gehirntumoroperation eine kernspintomographische Untersuchung durchführen und somit die Radikalität der Operation sehr exakt definieren“, erklärt Prof. Kremer. „Eventuelle Resttumoranteile können wir millimetergenau erkennen, ihre Nachbarschaft zu wichtigen Hirnarealen (Bewegung, Sprache, Sehen) oder wichtigen Blutgefäßen sehen und die Möglichkeit einer weiteren Tumorentfernung in gleicher Narkose bewerten. Ziel ist immer eine komplette Tumorentfernung.“ Denn nicht selten entwickelt sich aus einem soliden Tumorrest, der während der Operation übersehen wurde, ein Rezidiv – der Tumor kommt also wieder zurück. Das Kopfzentrum ist daher Weltreferenzzentrum für Philips in der dualen MRT-Nutzung.

ASKLEPIOS TUMORZENTRUM HAMBURG
Prof. Dr. Kremer
Klinik für Neurochirurgie

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Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 14.09.2017

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