Schilddrüsenchirurgie schonend und sicher

Dr. Alice Emmermann
Israelitisches Krankenhaus

Schilddrüsenchirurgie schonend und sicher

Dr. Lena Eckert bei der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Dr. Lena Eckert bei der
Ultraschalluntersuchung
der Schilddrüse

Die Chirurgie der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen hat im Israelitischen Krankenhaus eine lange Tradition. Sie gehörte immer zu den Schwerpunkten des Hauses und hat sich über die Jahrzehnte weiter entwickelt, erzählt Chefarzt Prof. Dr. Carsten Zornig: „Wir sind hier aber so breit aufgestellt, dass dieser Schwerpunkt in der öffentlichen Wahrnehmung oft untergeht – zu Unrecht.“

Die Schilddrüsenoperationen werden von einem kleinen Kreis von Chef- und Oberärzten durchgeführt. „Wir operieren gutartige Vergrößerungen des Organs, aber auch Schilddrüsenkarzinome und Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion – letztlich das ganze Spektrum der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie“, berichtet Oberärztin Dr. Margret Alm: „Durch unsere breite Qualifikation und Erfahrung sind wir auch in der Lage, bei Bedarf den Brustkorb zu eröffnen. Das ist aber glücklicherweise extrem selten erforderlich.“

Mehr Sicherheit durch neue Methoden
Neue Techniken haben die Eingriffe in den vergangenen Jahren immer sicherer gemacht und beugen Komplikationen effektiv vor, erklärt Alm. Ein Beispiel dafür sei das Neuromonitoring. Dieses elektronische Warnsystem hilft, die wichtigste Komplikation einer Schilddrüsenoperation zu verhindern: die sogenannte Recurrensparese. Die beiden empfindlichen Stimmbandnerven (lat. Nervus laryngeus recurrens) verlaufen zwischen Luft- und Speiseröhre beziehungsweise hinter der Schilddrüse entlang zum Kehlkopf und liegen somit bedrohlich nahe am Operationsfeld bei einer Schilddrüsenoperation. Wird einer dieser Nerven bei der Operation verletzt, führt das zu einer Lähmung des betroffenen Stimmbandes mit unterschiedlich ausgeprägter Heiserkeit. Kommt es zu einer Verletzung beider Nerven, behindern die gelähmten Stimmbänder massiv die Atmung – eine Komplikation, die unbedingt vermieden werden muss.

Komplikationsarmes Operieren hat an der Schilddrüse oberste Priorität.

Leitende Oberärztin Dr. Alice Emmermann im Interview
Leitende Oberärztin Dr. Alice Emmermann im Interview

Beim im Israelitischen Krankenhaus standardmäßig eingesetzten Neuromonitoring wird eine Elektrode an den Nerven gelegt und stimuliert. Über akustische und visuelle Signale warnt das Gerät sofort, wenn bei der Operation zu viel Druck oder Zug auf den Nerven ausgeübt wird und eine Verletzung droht. Auch bei der Operation von Nebenschilddrüsentumoren komme ein modernes Verfahren zum Einsatz, ergänzt die Leitende Oberärztin Dr. Alice Emmermann: „Um festzustellen, ob wir einen hormonproduzierenden Tumor vollständig entfernt haben, lassen wir noch während der Operation das sogenannte Parathormon mit einem Schnelltest bestimmen. Er zeigt uns innerhalb weniger Minuten, ob die krankhafte Hormonüberproduktion gestoppt ist.“ Für Schilddrüsenpatienten bietet das Israelitische Krankenhaus eine besondere Sprechstunde an. Hier werden auch alle Voruntersuchungen und die Ultraschalldiagnostik durchgeführt.

Sprechstunden
der Chirurgischen Klinik nach telefonischer Vereinbarung

Privatambulanz
Tel.: (040) 511 25 51 00 / 1

Sprechstunden für gesetzlich versicherte Patienten
Allgemeine Sprechstunde
Proktologische Sprechstunde
Sprechstunde Endokrine Chirurgie (Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere)
Tumorsprechstunde für spezielle Fälle und 2. Meinung
Tel.: (040) 511 25 60 30

Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 30.11.2017

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