Operationen durchs Schlüsselloch

Dr. Margret Alm
Israelitisches Krankenhaus

Operationen durchs “Schlüsselloch”

Oberärztin Dr. Margret Alm
Oberärztin Dr. Margret Alm

Aus der modernen Medizin ist die minimalinvasive Chirurgie nicht mehr wegzudenken. Ein Großteil aller Operationen wird heute durch winzige Schnitte mit Hilfe von Videotechnik durchgeführt, die Patienten profitieren von kleineren Narben, weniger Schmerzen und Infektionen sowie einer schnelleren Genesung. Vor 30 Jahren sah das noch ganz anders aus, erinnert sich Prof. Dr. Carsten Zornig, Chefarzt der Chirurgischen Klinik im Israelitischen Krankenhaus: „Wir waren 1990 die Ersten in Hamburg, die minimalinvasiv operiert haben – damals noch im UKE.

Wir haben die ersten laparoskopischen Dickdarmoperationen gemacht, die ersten Reflux- und Milzoperationen. Damals waren wir immer an vorderster Front, haben viele Kollegen ausgebildet und wissenschaftliche Preise gewonnen.“ Heute gehöre die minimalinvasive Chirurgie zum Alltag.

Ihm sei es immer wichtig gewesen, die minimalinvasive Chirurgie noch weiter zu minimalisieren, also noch kleinere Schnitte und feinere Instrumente zu verwenden oder auch mal auf eines zu verzichten, betont Zornig. So erregte er mit der Einführung der NOTES-Technik deutschlandweit Aufsehen, bei der natürliche Körperöffnungen als Zugang zum Operationsfeld genutzt werden, etwa die Scheide der Frau zur Entfernung der Gallenblase. „Wir versuchen, mit so wenig Instrumenten wie möglich auszukommen und so die Verletzungen des Patienten zu minimieren“, erklärt Zornig sein Engagement für die Weiterentwicklung der Technik.

„Wir operieren minimalinvasiv im High-End-Bereich, vor allem bei Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber auch in der Lunge oder bei Tumoren der Nebennieren.“ Die häufigsten Eingriffe in dieser Technik seien aber Operationen bei Leistenbrüchen und Gallenblasensteinen. Einen weit überregionalen Ruf hat das Israelitische Krankenhaus in der Refluxchirurgie bei Patienten mit Sodbrennen, die einen Zwerchfellbruch haben. Diese sogenannte Hiatushernie operieren Zornig und sein Team mit einem speziellen Verfahren, der Fundoplikation: „Wir haben diese Technik mit entwickelt und sie hier schon mehr als 4.000 Mal durchgeführt. Damit zählen wir deutschlandweit zur Spitzengruppe.“

Mehr als die Hälfte unserer Operationen werden minimalinvasiv durchgeführt.

OP Israelitische Krankenhaus
OP Israelitische Krankenhaus

Das Israelitische Krankenhaus
Das Israelitische Krankenhaus

Aufgrund der großen Expertise bekomme die Klinik häufig Patienten von weither zugewiesen, bei denen besonders schwierige Eingriffe anstehen, ergänzt Oberärztin Dr. Margret Alm: „Das gilt zum Beispiel für den sogenannten Thoraxmagen. Dabei rutscht der ganze Magen durch den Zwerchfellbruch nach oben und sitzt dann in der Nähe großer Organe wie Herz und Lunge, was wirklich gefährlich werden kann.“ In Zornigs Klinik sind alle Oberärzte spezielle Viszeralchirurgen und trainiert, rund um die Uhr selbst im Notdienst laparoskopisch zu operieren: „Ich arbeite mit den sieben Oberärzten im Durchschnitt mehr als zehn Jahre zusammen. Diese personelle Kontinuität erleichtert auch die Einführung neuer Verfahren, denn die minimalinvasive Chirurgie erfordert viel Training.“

Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 30.11.2017

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