Große Narbenbrüche

PROF. DR. HENNING NIEBUHR
Hanse-Hernienzentrum Hamburg

Große Narbenbrüche

Wenn es schwierig wird, kann Botox helfen

Dr. Halil Dag, Teamleiterin Kendra Klement und Prof. Dr. Henning Niebuhr
Dr. Halil Dag, Teamleiterin Kendra Klement und Prof. Dr. Henning Niebuhr

Große Narbenbrüche in der Bauchwand stellen selbst für sehr erfahrene Chirurgen eine besondere Herausforderung dar. Vor allem nach schweren Entzündungen des Bauchfells oder der Eingeweide kommt es mitunter zu Rissen in der vernarbten inneren Bauchwand, durch die ganze Organe wie Magen, Darm, Leber und Milz aus der Bauchhöhle austreten und einen riesigen Bruchsack unter der Haut bilden. Sobald der überwiegende Anteil der Organe außerhalb der Bauchhöhle liegt, spricht man von einem verlorenen Heimatrecht (engl. Loss of domain) der Organe. Sie können nicht mehr in die Bauchhöhle zurückrutschen, da diese im Verlauf dieser Entwicklung immer kleiner und enger wird. Das sei eine gefährliche Situation für den Patienten und ein riesiges Problem für den Chirurgen, erklärt Prof. Dr. Henning Niebuhr.

Der Facharzt für Chirurgie und spezielle Viszeralchirurgie hat sich auf die Behandlung von Eingeweidebrüchen spezialisiert und 2007 mit dem Hanse-Hernienzentrum eine hochspezialisierte Einrichtung mit Standorten in Eppendorf und Bergedorf sowie mittlerweile vier klinischen Abteilungen (Bethesda-Krankenhaus, Praxisklinik Bergedorf, Facharztklinik Eppendorf, Klinik Fleetinsel) gegründet. Als einer der bundesweit führenden Spezialisten auf diesem Gebiet wird Niebuhr immer wieder mit den besonders komplizierten Fällen konfrontiert und muss schnellstmöglich dafür sorgen, dass die verlagerten Organe wieder in die Bauchhöhle zurückkehren – und auch dort bleiben.

„Die großen Narbenbrüche sind die riskantesten Operationen, mit denen wir es zu tun bekommen“, erklärt Niebuhr. Doch eine Alternative gibt es nicht. Das größte Problem sei, dass sich die Bauchhöhle nach dem Austritt der Organe in der Regel verkleinert. „Es ist entscheidend, dass wir alle Schichten der Bauchwand bearbeiten können“, erläutert Niebuhr. „Vor allem müssen wir die Hüllen der geraden Bauchmuskeln aufschneiden, um die hinteren Blätter der Muskelhüllen zu mobilisieren. Denn darauf legen wir ein großes Kunststoffnetz und verschließen so nach dem Zurückschieben der Organe die Lücke.“ Haben sich die Muskeln aber bereits zu weit zurückgezogen, lässt sich das Loch nur unter Spannung verschließen, was den Druck in der Bauchhöhle gefährlich erhöht.

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Prof. Dr. Henning Niebuhr
Prof. Dr. Henning Niebuhr

„Die großen Narbenbrüche sind die riskantesten Operationen, mit denen wir es zu tun bekommen“, erklärt Niebuhr. Doch eine Alternative gibt es nicht. Das größte Problem sei, dass sich die Bauchhöhle nach dem Austritt der Organe in der Regel verkleinert. „Es ist entscheidend, dass wir alle Schichten der Bauchwand bearbeiten können“, erläutert Niebuhr. „Vor allem müssen wir die Hüllen der geraden Bauchmuskeln aufschneiden, um die hinteren Blätter der Muskelhüllen zu mobilisieren. Denn darauf legen wir ein großes Kunststoffnetz und verschließen so nach dem Zurückschieben der Organe die Lücke.“ Haben sich die Muskeln aber bereits zu weit zurückgezogen, lässt sich das Loch nur unter Spannung verschließen, was den Druck in der Bauchhöhle gefährlich erhöht.
Ein Lösungsansatz dieses Problems ist die sogenannte Komponenten-Separation nach Ramirez, erklärt Niebuhr: „Dabei beziehen wir die Hüllen der seitlichen Bauchmuskeln mit ein und gewinnen so bis zu fünf Zentimeter mehr Flexibilität pro Seite.“ Darüber hinaus setzt der Hernienspezialist in komplizierten Fällen auf das aus der Schönheitschirurgie bekannte Botox®. Das starke Nervengift wird vier bis sechs Wochen vor der Operation unter Ultraschallkontrolle in die seitlichen Bauchmuskeln gespritzt, die so für einige Wochen gelähmt werden und den Chirurgen die Möglichkeit geben, die Bauchwand sicher zu verschließen. „Das ist keine Revolution, aber ich bin sehr froh, dass wir diese Möglichkeit nun im Repertoire haben“, so Niebuhr. Schließlich sind diese Operationen viel riskanter und komplizierter, als die Leistenhernien, Nabelbrüche oder kleinen Bauchwandbrüche, mit denen wir es täglich zu tun haben.

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post@hanse-hernienzentrum.de
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