Multiparametrische MRT der Prostata

PRIV.-DOZ. DR. MATTHIAS C. RÖTHKE
MVZ Conradia GmbH

Ist es wirklich Krebs?

Multiparametrische MRT der Prostata

Priv.-Doz. Dr. Röthke hat sich im Deutschen Krebsforschungszentrum auf die Bildgebung der Prostata spezialisiert und ist Vorsitzender der AG Urogenitale Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft
Priv.-Doz. Dr. Röthke hat sich im Deutschen Krebsforschungszentrum auf die Bildgebung der Prostata spezialisiert und ist Vorsitzender der AG Urogenitale Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft

Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist mit der wichtigste Laborwert in der Krebsvorsorge beim Mann. Ein Ansteigen dieses Blutwerts kann sehr frühzeitig auf ein Prostatakarzinom hinweisen, aber auch ganz andere Gründe haben, wie etwa eine harmlose Entzündungsreaktion. Wird ein auffälliger PSA-Wert gefunden, müssen deshalb weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Standard sei bislang eine ultraschallgesteuerte fächerförmige Stanzbiopsie, erklärt Priv.-Doz. Dr. Matthias Röthke: „Dabei entnimmt der Urologe in der Regel an zwölf Stellen Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchung.“ Die Prostata sei das einzige Organ, in dem der Krebs nicht gezielt, sondern durch zufällige Stanzen diagnostiziert wird, erklärt der auf die Diagnostik von Prostataerkrankungen spezialisierte Radiologe. So würden kleine, noch gut behandelbare Tumoren übersehen und erst später entdeckt, wenn wegen weiter steigender PSA-Werte weitere Biopsien durchgeführt werden.
Bis dahin kann sich der Krebs bereits über die Prostata hinaus im Körper ausgebreitet haben.

Eine viel elegantere, schonendere und aussagekräftigere Methode sei die moderne Multiparametrische Magnetresonanztomografie (mpMRT) der Prostata, so Röthke: „Wir kombinieren dabei drei verschiedene Techniken: Diffusion, Perfusion und Morphologie.“ Krebszellen sind kompakter als normale Zellen. Diese unterschiedliche Dichte wird bei der diffusionsgewichteten Bild-gebung dargestellt. Die Perfusion liefert mit Hilfe eines Kontrastmittels Bilder der Durchblutung des Gewebes. „Wachsende Tumoren müssen neue Gefäße bilden, um sich ans Blutnetz anzuschließen. Die Perfusion zeigt uns eine auffällige Mehrdurchblutung in der Prostata“, erklärt Röthke.

Hinzu kommt ein MRT-Bild, das die Struktur (Morphologie) der Gewebe darstellt. Die drei strahlungsfreien Untersuchungen werden nacheinander innerhalb von 30 Minuten durchgeführt. Gemeinsam zeigen die resultierenden Bilder den Ärzten, ob ein auffälliger Tumor in der Prostata sitzt und an welcher Stelle, so dass im Anschluss eine gezielte Biopsie mittels Ultraschall allein oder Fusion von Ultraschall und den MRT-Bildern durchgeführt werden kann. Für die mpMRT setzt Röthke ein MRT-Gerät neuester Bauart mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla ein: „Wir haben auch ein 3-Tesla-MRT, aber das neue System liefert exzellente Bilder, und wir können auf die lästige Endorektalspule verzichten.“ Früher musste eine solche Spule als „Empfangsantenne“ in den Enddarm eingeführt werden, um die Signalqualität zu verbessern. Meist wird momentan eine mpMRT durchgeführt, wenn eine 12fach-Biopsie keine Erklärung für einen auffälligen PSA-Wert geliefert hat und dieser weiter ansteigt.

Unser Ziel ist es, Krebs früher zu erkennen, um den Patienten rechtzeitig zu behandeln.““

mpMRT mit Morphologie, Diffusion und Perfusion (v.l.) in der Auswertung
mpMRT mit Morphologie, Diffusion und Perfusion (v.l.) in der Auswertung

„Ideal wäre in meinen Augen aber, ein mpMRT vor der Stanzbiopsie durchführen zu lassen. Jedenfalls würde ich so vorgehen, wenn es meine Prostata wäre“, sagt Röthke. Denn diese Untersuchung zeigt, ob es überhaupt ein Ziel für die Biopsie gibt und wo genau es liegt. Neben der früheren Erkennung von Krebs in der Prostata hilft die mpMRT also auch, unnötige Biopsien zu vermeiden. Einziger Nachteil der aufwändigen Untersuchung sind die deutlich höheren Kosten. Eine mpMRT koste in Hamburg zwischen rund 500 und 750 Euro, so Röthke. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel, auf Antrag auch bereits einige gesetzliche Krankenkassen. Um den Risiken einer ungezielten Biopsie zu entgehen, ließen viele Patienten aber auch auf eigene Rechnung eine mpMRT durchführen.

Priv.-Doz. Dr. Matthias C. Röthke
MVZ Conradia GmbH
Alte Holstenstraße 16
21031 Hamburg
Tel.: (040) 25 330 10
Fax: (040) 25 330 1406
www.concordia.de

Weitere Informationen
Internet: www.radiagnostix.de

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Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 29.05.2017

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