Katheterbehandlung der Trikuspidalklappe

PROF. DR. JOACHIM SCHOFER
Universitäres Herz- und Gefäßzentrum Hamburg

Neue Verfahren für schwerkranke Patienten

Katheterbehandlung der Trikuspidalklappe

Prof. Dr. Joachim Schofer
Prof. Dr. Joachim Schofer

Vor allem ältere und schwerkranke Patienten, für die eine Operation am offenen Herzen zu riskant wäre, profitieren heute von schonenden Katheterverfahren zur Reparatur defekter Herzklappen. Defekte Aorten- und Mitralklappen werden immer öfter auf diese Weise ersetzt oder repariert – ein Spezialgebiet des Hamburger Kardiologen Prof. Dr. Joachim Schofer. Der renommierte Herzspezialist gehört zu den Pionieren der Katheterbehandlung von Herzklappenfehlern, hat viele neue Techniken erstmalig beim Menschen eingesetzt.

Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit der Reparatur der Trikuspidalklappe: Die dreizipflige Herzklappe lenkt den Blutstrom vom rechten Vorhof in die rechte Herzkammer und ist bei einer Herzschwäche oft undicht. In der Folge kommt es zu Wasseransammlungen in den Beinen und im Bauch, Stauungen der Leber- und Halsvenen, Verschlechterungen der Nierenfunktion sowie Herzrhythmusstörungen. „Dieses Problem wurde medizinisch lange unterschätzt, weil es keine Therapiemöglichkeit gab“, erklärt Schofer.

„Eine Operation mit Herz-Lungen Maschine ist für die schwerkranken Patienten sehr belastend und riskant, fast jeder dritte Patient überlebt einen solchen Eingriff nicht. Das war für uns der Grund, nach schonenderen Alternativen zur Abdichtung dieser Klappe zu suchen.“ 2014 hatte Schofer weltweit erstmals eine undichte Trikuspidalklappe per Katheter behandelt. Dabei raffte er den erweiterten Klappenring (Anulus), der die Basis der drei Klappensegel bildet, und faltete das hintere Segel zusammen, so dass aus einer undichten dreizipfligen Klappe eine funktionierende zweizipflige Herzklappe wurde. „Wir starten gerade eine neue Studie, mit 50 zum Teil schwer erkrankten Patienten, die an verschiedenen europäischen Zentren behandelt werden“, berichtet Schofer. „Im Vorfeld haben wir die Technik weiterentwickelt, um die Anker zur Raffung des Ringes noch sicherer im Herzen zu verankern. So schließt die Klappe besser.“

Bereits eine geringe Funktionsverbesserung der Trikuspidalklappe hat große Auswirkung auf die Symptome des Patienten.

Prof. Dr. Joachim Schofer im Gespräch
Prof. Dr. Joachim Schofer im Gespräch

Daneben passten Schofer und sein Team das bereits in der Behandlung der Mitralklappe etablierte Clipverfahren für die Trikuspidalklappe an: „Diese Technik wird noch weiter für die rechte Herzklappe modifiziert, aber mit einigen Tricks können wir auch schon mit der bereits existierenden Version an der Trikuspidalklappe arbeiten.“ Das seien bisher die einzigen Optionen für Patienten, die an einer schweren, mit Medikamenten nicht ausreichend zu behandelnden Undichtigkeit dieser Herzklappe leiden und zu krank für eine Operation sind. Voraussetzung ist aber, dass die Klappensegel noch nicht zu weit auseinandergewichen sind, um sie mit dem Clip zu greifen oder durch eine Raffung wieder einander zu nähern. Der Eingriff lohne sich, berichtet Schofer: „Bereits eine geringe Funktionsverbesserung der Trikuspidalklappe hat eine größere Auswirkung auf die Symptome des Patienten als die gleiche Therapie an der Mitralklappe.“ Der Grund dafür sei, dass die rechte Herzkammer sich aufgrund der Trikuspidalinsuffizienz vergrößert und die linke Herzkammer einengt: „Wenn wir die Undichtigkeit reduzieren, entlasten wir nicht nur die rechte Herzkammer, sondern verbessern auch die Füllung der linken – ein sehr interessantes Phänomen.“

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Auszug Anzeige aus dem Hamburger Ärztemagazin, erschienen am 29.05.2017

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