Unterschätzte Gefahr COPD

Der gefährliche „Raucherhusten“

Unterschätzte Gefahr COPD

Unterschätzte Gefahr COPD
Unterschätzte Gefahr COPD

GKaum jemand kennt die Bedeutung der vier Buchstaben, aber fast 10 Prozent der Deutschen leiden schätzungsweise darunter: COPD. Die „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ ist eine unheilbare Atemwegserkrankung. Chronisch heißt, dass die Krankheit für immer bleibt. Obstruktiv bedeutet, dass die Atemwege verengt sind. Das Gefährliche: Sie entwickelt sich schleichend, zerstört aber für immer die Atemwege. Eine Heilung gibt es bislang noch nicht. Patienten leiden an einer chronischen Entzündung der Bronchien und/oder an einem Lungenemphysem.

Hier sind die Lungenbläschen überbläht, es bleibt immer mehr Luft in der Lunge gefangen, die nach und nach das Lungengewebe zerstört. Aus Unwissenheit verharmlosen viele COPD als „Raucherlunge“, was nicht ganz verkehrt ist: 80 Prozent der Patienten haben geraucht oder rauchen noch immer. Und Rauchen ist mit Abstand der größte Risikofaktor. „Aktuelle Studien belegen klar, dass die Sterblichkeit und das Fortschreiten der Erkrankung COPD durch Tabakverzicht deutlich reduziert werden können“, erklärt Regina Klakow-Franck. Sie ist Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses, des höchsten Gremiums der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen in Deutschland. Der typische COPDPatient hustet extrem viel, spuckt morgens Schleim ins Waschbecken, bekommt trotz langsamer Gehgeschwindigkeit Luftnot und klingt beim Ausatmen brummend oder pfeifend.

Prof. Dr. Tobias Welte, Standortdirektor des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Hannover
Prof. Dr. Tobias Welte, Standortdirektor des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Hannover

Eine Behandlung erfolgt in der Regel mit bronchienerweiternden Medikamenten in Verbindung mit Reha-Maßnahmen wie etwa Lungensport. Neuere Studien zeigen, dass auf Cortison vielfach verzichtet werden kann. Nicht zu verwechseln ist COPD mit Asthma. Während es Asthmatikern mal besser, mal schlechter geht, fühlen sich COPD-Patienten am Anfang oft überhaupt nicht krank, leiden dann aber immer mehr. „Idealerweise sollten sich Lungenkranke jetzt vor der winterlichen Grippesaison gegen Infektionen mit Influenzaviren impfen lassen“, empfiehlt Prof. Dr. Tobias Welte, einer der Standortdirektoren des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

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