Krampfadern nicht nur ein kosmetisches Problem

Krampfadern

Nicht nur ein kosmetisches Problem

Krampfadern Nicht nur ein kosmetisches Problem
Krampfadern Nicht nur ein kosmetisches Problem

Behandlungsbedürftige Krampfadern haben etwa 30 bis 40 Prozent aller Erwachsenen. Aber auch schon Jugendliche können Krampfadern ausbilden. Häufigste Ursache ist eine familiäre Neigung. Daneben spielen auch individuelle Faktoren wie Gewebestruktur, Gewicht, Bewegungsmangel und auch leistungsorientierte sportliche Betätigung eine Rolle. Auch die Einnahme von Hormonpräparaten mit hohem Östrogengehalt, wie z. B. die Antibabypille, fördert die Ausbildung der Krampfadern. Lässt man die Krampfadern nicht behandeln, dann schreitet das Leiden auf Grund des chronischen Charakters immer weiter fort.

Mögliche Auswirkungen sind Stauungsgefühl, Krämpfe, schwere Beine, Venenentzündungen und Hautveränderungen. Diese können über die Jahre zu einem „offenen Bein“ führen. Statistisch betrachtet ist auch das Risiko, eine tiefe Beinvenenthrombose zu erleiden, vierfach erhöht. „Ich behandle heute so frühzeitig wie möglich, noch bevor Beschwerden auftreten“, erklärt Dr. Jens Alm, Leitender Arzt der Gefäßabteilung im Dermatologikum Hamburg. „Leider ist es in der Regel bei auftretenden Beschwerden bereits zu spät: Durch die Überlastung ist der Klappenapparat in der Tiefe des Venensystems geschädigt“, so der Hamburger Venenspezialist weiter. „Viele Patienten glauben, dass es sich lediglich um ein kosmetisches Problem handele, oder haben schlichtweg Angst vor der Entfernung der Krampfadern“, weiß auch Dr. Ulf Thorsten Zierau, Leiter der Praxisklinik für Gefäßerkrankungen und Venenzentrum Saphenion in Berlin. „Diese Angst ist jedoch unbegründet.

Dr. Ulf Thorsten Zierau ist spezialisiert auf die schonende Behandlung von Krampfadern
Dr. Ulf Thorsten Zierau
ist spezialisiert auf die
schonende Behandlung
von Krampfadern

Es gibt mittlerweile schonende Methoden zur Behandlung von Krampfadern, die das Stripping (Ziehen der Krampfadern) überflüssig machen“, so Dr. Zierau, der seit vielen Jahren auf minimalinvasive und kathetergestützte Operationsverfahren spezialisiert ist. Die neueste Entwicklung in der Krampfadertherapie ist der Venenkleber. Seit 2011 ist das VenaSeal-Verfahren zur Behandlung von Krampfadern in Europa zugelassen. Der Kleber selbst wird bereits seit 1960 in nahezu allen operativen Disziplinen eigensetzt, z. B. in der Orthopädie, Kieferchirurgie, Dermatologie und Augenheilkunde. „Unter Ultraschallkontrolle wird ein besonders feiner Katheter in die Vene hinaufgeschoben“, beschreibt Dr. Zierau. „Beim Zurückziehen des Katheters wird dann der Gewebekleber eingespritzt. Etwa 20 Minuten später ist die Vene von innen verschlossen. Nach und nach wird die Vene dann durch körpereigene Reparaturmechanismen abgebaut.“ Bei der Klebetechnik ist keine Narkose nötig, und der Patient kann sofort nach der Behandlung nach Hause gehen.

Dr. Jens Alm, Leitender Arzt der Gefäßabteilung im Dermatologikum Hamburg
Dr. Jens Alm,
Leitender Arzt der Gefäßabteilung
im Dermatologikum Hamburg

Die Patienten sind bei Bewusstsein, verspüren nur einen kleinen Piks. „Bei der Venenverklebung brauchen die Patienten hinterher keine Kompressionsstrümpfe zu tragen“, sagt  Dr. Zierau. „Sie ist deshalb auch besonders für Patienten mit arteriellen Durchblutungsstörungen (z. B. Raucherbein) und Diabetes sowie beim Lymphödem geeignet. Der Eingriff findet ambulant statt, und der Patient kann nach einer kurzen Nachbeobachtungszeit die Praxis verlassen und wieder seinen gewohnten Alltagstätigkeiten nachgehen.“

Auch unschöne Besenreiser und Netzvenen können sanft behandelt werden. „Hier ist die Mikroschaumverödung mittlerweile Goldstandard“, erklärt Zierau. „Dabei wird ein Medikament, Äthoxysklerol genannt, aufgeschäumt und unter Ultraschall mittels eines dünnen Katheters in die Vene gespritzt. Diese verschließt sich daraufhin – die blauen Äderchen verschwinden umgehend. Der Patient sieht also sofort das Ergebnis der Behandlung.“ Auch hier kann er die Praxis im Anschluss an die kurze Behandlung wieder verlassen. „Somit gibt es keinen Grund mehr, sich vor der Behandlung der Krampfadern zu fürchten oder diese auf die lange Bank zu schieben“, beschreibt Dr. Zierau.

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