Alternative zur Operation

DR. THOMAS FISCHER, DR. YAO CHEN, DR. WOLFGANG HAIST

Sankt Gertrauden-Krankenhaus

Alternative zur Operation

Neues Verfahren hilft bei komplizierten Polypen und Frühformen von Krebs im Darm

Dr. Chen, Dr. Fischer und Dr. Haist besprechen gemeinsam eine Indikation für die Endoskopische Vollwandresektion (v.l.n.r.)
Dr. Chen, Dr. Fischer und Dr. Haist besprechen gemeinsam eine Indikation für die Endoskopische Vollwandresektion (v.l.n.r.)

Wir können jetzt weitaus häufiger Patienten mit komplizierten Polypen oder unklaren Frühstadien von Darmkrebs ohne Operation helfen“, erklärt Dr. Thomas Fischer, Oberarzt am Sankt Gertrauden Krankenhaus. „Gerade für größere Polypen, Polypen an ungünstigen Positionen, wie etwa an der Öffnung des Wurmfortsatzes des Blinddarms, oder Polypen an bereits vorbehandelten Stellen mit vernarbtem Gewebe ist das Verfahren ideal“, beschreibt der Gastroenterologe weiter. Endoskopische Vollwandresektion (FTRD= Full Thickness Resection Device) nennt sich die neue Technik. Ganze Teile der Darmwand können einfach per Endoskop schonend entfernt werden.

Zwar gibt es bereits Möglichkeiten, Polypen mit Hilfe der endoskopischen Unterstützung abzutragen. Bei vielen komplizierten Polypen half bislang jedoch nur eine Operation. „Gerade bei größeren Polypen können schon Frühstadien eines Darmkrebses vorliegen. In solchen Fällen war es mit den bisherigen Techniken mitunter schwierig zu entscheiden, ob die alleinige endoskopsiche Abtragung ausreicht oder ob ein Lymphknotenbefall des Darmkrebses wahrscheinlich und somit eine Operation notwendig ist.“ Für diese für den Patienten weitreichende Entscheidung muss der Pathologe die Eindringtiefe des Darmkrebses in die Darmwand bestimmen. „Da mit der endoskopischen Vollwandresektion dem Pathologen nicht nur der abgetrennte Polyp, sondern ein vollständiger Darmwandabschnitt vorgelegt wird, kann die Notwendigkeit einer nachfolgenden Operation deutlich sorgfältiger abgewogen werden.“

“Noch mehr Patienten profitieren von einer schonenden Behandlung ohne chirurgische Unterstützung.”

Vollwandresektion: 1. Aufsuchen des betroffenen Bereiches und Vorführen einer Zange durch den Arbeitskanal. 2. Greifen des Bereiches. 3. Einzug in die Kappe. 4. Aufbringen des Clips und Verschließen. 5. Entfernen des Bereiches durch eine Schlinge
Vollwandresektion: 1. Aufsuchen des betroffenen Bereiches und Vorführen einer Zange durch den Arbeitskanal. 2. Greifen des Bereiches. 3. Einzug in die Kappe. 4. Aufbringen des Clips und Verschließen. 5. Entfernen des Bereiches durch eine Schlinge

Nach eingehender Prüfung der Wachstumsform und Lage des Polypen zieht Dr. Fischer mit einem speziellen Endoskopaufsatz zunächst den betroffenen Bereich der Darmwand zusammen, verschließt ihn mit einem Clip und trägt dann die komplette Darmwand samt Polypen zur Einschätzung für den Pathologen vollständig ab. „Die Indikation eines chirurgischen Eingriffs kann dadurch viel präziser gestellt werden“, meint Dr. Yao Chen, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Damit können noch mehr Patienten von einer schonenden Behandlung ohne chirurgische Unterstützung profitieren.

“Somit ersparen die Mediziner vom Sankt Getrauden-Krankenhaus diesen Patienten mit geeigneten Voraussetzungen eine oft belastende Operation mit Narkose, anschließenden Narben und möglichen Wundheilungsstörungen. „Unsere Patienten sind nach endoskopischer Vollwandresektion bereits gleich nach dem Eingriff völlig beschwerdefrei, mobil und können bereits am ersten Tag nach der Operation wieder normal essen“, freut sich der Chefarzt der Inneren Medizin Dr. Wolfgang Haist. „Und nach etwa drei bis vier Tagen können sie die Klinik wieder verlassen.“

Sankt Gertrauden-Krankenhaus
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Fax: (030) 8272-29 22 71
Dania.Kuehn@sankt-gertrauden.de
www.sankt-gertrauden.de


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Dr. Fischer kontrolliert mit Monitorunterstützung das Ergebnis der Entnahme einer Darmwand
Dr. Fischer kontrolliert mit Monitorunterstützung das Ergebnis der Entnahme einer Darmwand

Auszug Anzeige aus dem Berliner Ärztemagazin, erschienen am 09.12.2016

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